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Dienstag, 06.01.2009

Geschützter Augenblick

Magazin | Uwe Ritzer | 02.11.2006

Aus Fürth, dem ehemaligen Zentrum der optischen Werkstätten Deutschlands, kommen noch heute die modernsten Sport- und Arbeitsschutzbrillen. Sie beschlagen nicht, sind kratzfest und reissen auch dann nicht, wenn eine 45 m/s schnelle Stahlkugel auf ihre Gläser trifft.

Geschützter Augenblick
Die Laborbedingungen sind oft härter als die Wirklichkeit, der Kunde profitiert davon.

"Uvex heißt die Skibrille", tönte es in den 70er Jahren unablässig aus den Radio- und Fernsehlautsprechern, und zwar in einer Bestimmtheit, die am Selbstbewusstsein des Absenders keine Zweifel aufkommen ließ. Der Slogan brannte sich ein wie heutzutage "Geiz ist geil".

Dabei hat die Fürther Firma Uvex mit Discountmentalität überhaupt nichts am Hut. "Wir setzen ausschließlich auf Qualität und Innovationskraft, und die haben ihren Preis", sagt Vorstandsmitglied Frank Seuling. Und auch am Standort Deutschland lässt er keine Zweifel aufkommen. "Die hohe Qualität des Maschinenbaus, die Technologiekompetenz, die Flexibilität und Spezialisierung unserer Mitarbeiter und Materialzulieferer - all das würden wir so beispielsweise in China nicht bekommen", sagt der Manager.

Die Stimmung bei Uvex war in den ersten Monaten dieses Jahres besonders gut. Denn bei den Olympischen Winterspielen in Turin holten von Uvex ausgerüstete Sportler aus aller Welt 14 Gold-, ebenso viele Silber- und 11 Bronzemedaillen. Die vier Buchstaben, die als Abkürzung für "ultra violett excluded" stehen, waren einer Auswertung zufolge von allen Marken im Fernsehen am häufigsten zu sehen. Wobei die Fürther Wert darauf legen, kein Sponsor, sondern nur Ausrüster von Verbänden und Sportlern zu sein. Die Präsenz im Sport verschafft dem Unternehmen den hohen Bekanntheitsgrad und das nötige Image. "Wer Uvex als Marke der Spitzensportler kennt, vertraut uns auch, wenn es um Arbeitsschutz geht", sagt Seuling.

Diese Kombination ist ein weltweites Alleinstellungsmerkmal, die Konkurrenz spezialisiert sich meist auf eine Sparte. Wobei Uvex nicht im Sport, sondern im Geschäftsfeld Arbeitsschutz zwei Drittel des Umsatzes erwirtschaftet. Im kommenden Herbst will Uvex eine Schutzbrille auf den Markt bringen, die nur 18 Gramm wiegt und damit leichter ist als alles, was der Markt bislang kennt. Deutlich mehr als die Hälfte des Umsatzes erwirtschaftet die Uvex-Gruppe im Ausland. Von den konstant 1.740 Beschäftigten arbeiten 1.300 in Deutschland, davon mehr als 600 im Fürther Stammwerk, das Seuling den "modernsten Augenschutz-Produktionsstandort der Welt" nennt.

Uvex hat ein weltweit einmaliges Verfahren entwickelt, das es ermöglicht, Brillen in einem Arbeitsgang unterschiedlich zu beschichten: auf der einen Seite mit einem Anti-Beschlag-, auf der anderen mit einem kratzfesten Lack. Das Fürther Stammwerk ist hochautomatisiert, wodurch Uvex die Kosten im Griff behält. Damit wird aber auch das Anforderungsprofil der Beschäftigten immer anspruchsvoller. Gerade wird an einer neuen Generation von Laserschutzbrillen gearbeitet, und man überlegt auch, Schutzbekleidung für bakterielle und virologische Bereiche herzustellen, etwa für den Einsatz bei Vogelgrippefällen.

Seit 2005 betreibt Uvex in Fürth ein Schulungszentrum, wo eigene Mitarbeiter und externe Fachleute für den Umgang mit Uvex-Produkten aus- und fortgebildet werden. Etwa im Umgang mit hochmodernen Laserschutzbrillen. Ein klares Bekenntnis zum Standort Fürth sei das, hatte bei der Eröffnung Uvex-Oberhaupt Rainer Winter betont. Ebenso wie die fünf Millionen Euro, die in den kommenden Jahren in den Ausbau und die technische Modernisierung der Fürther Unternehmenszentrale investiert werden.

www.uvex.de

Bild: Uvex
Artikel aus: dürer 02.06