Das Mineral ist vor etwa 200 Millionen Jahren durch hydrothermische Zersetzungsprozesse aus Granit entstanden. Seine Bezeichnung "Kaolin" ist eine Ableitung von dem chinesischen Ortsnamen "gao ling" (deutsch: hoher Hügel), wo der weiße Rohstoff zum ersten Mal nachgewiesen wurde.
Die Lagerstätten dieses Tons sind auf dem Globus rar gesät. In Deutschland wird Kaolin - neben anderen Industriemineralen wie Feldspat und Quarzsand - von der Gebrüder Dorfner GmbH & Co. Kaolin- und Kristallquarzsand-Werke KG und von der Amberger Kaolinwerke (AKW) Eduard Kick GmbH & Co. KG im oberpfälzischen Hirschau abgebaut, aufbereitet und veredelt.
Da sich die physikalischen Eigenschaften der einzelnen Vorkommen unterscheiden, wird bereits beim so genannten selektiven Roherde-Abbau der spätere Verwendungszweck berücksichtigt. Feldspathaltige Sorten werden in der keramischen Industrie eingesetzt, andere Anforderungen muss das Mineral in der Papierindustrie, dem weltweit größten Kaolin-Abnehmer, erfüllen.
Hier gleicht plättchenförmiger Kaolin die Zwischenräume zwischen den Papierfasern aus und wird in Streichfarben zur Verbesserung der Papieroberfläche eingesetzt - nur so kann hochwertiges Schreib- und Druckpapier entstehen. Auch die Weiterverarbeitung des Kaolins für die Papier- und Farbenindustrie, wie etwa das Bleichen oder die thermische Behandlung bei über 1.000 Grad Celsius, erfolgt in Hirschau.
Der Monte Kaolino ist:
- die 110 Meter hohe Quarzhalde der AKW-Kick GmbH bei Hirschau
- der "Mont Blanc der Oberpfalz" aus reinem hellen Quarzsand
- eine 30 Millionen Tonnen schwere Sehenswürdigkeit
- jährlicher Austragungsort der Internationalen Sandboarding-WM
www.hirschau.de
www.kreis-as.de
www.sandboarding.org
Artikel aus: dürer 02.06